Niederösterreich 2025
Klassischer Jahrgang, elegant-fruchtige Weiße mit gutem Trinkfluss
In Niederösterreich waren 2025 dank späterem Austrieb kaum nennenswerte Frostschäden zu vermelden. Anfang Juni gab es lokale Hagelschläge, etwa in der Ostwachau. Die vielerorts erst gegen Mitte Juni ablaufende Blüte mit reichlichem Traubenansatz deutete auf eine spätere Lese sowie gute Erträge hin. Moderate Temperaturen und häufige Regenfälle im Juli erhöhten markant den Infektionsdruck durch Pilzkrankheiten, daher waren ab dieser Phase bis Ende der Saison penible Laubarbeit und präventive Pflanzenschutzmaßnahmen besonders wichtig. Wetterbedingt setzte die physiologische Ausreifung vergleichsweise spät ein, weswegen die Hauptlese vielerorts erst ab Mitte September startete. Aufgrund teils beginnender Botrytisbildung musste sie – insbesondere beim Riesling – rasch erfolgen.
In Niederösterreich erfreut man sich an einem klassischen Weißweinjahrgang, der durch präzise Aromatik, reintönige Frucht und Säurepikanz brilliert. Die Säure liegt analytisch merklich höher als in den jüngsten vergangenen Jahrgängen, wobei die Äpfelsäure einen etwas höheren Anteil als etwa im Traumjahr 2021 einnimmt. Die relativ niedrigen Alkoholwerte kommen dem Trend der jüngeren Zeit sehr entgegen. Insbesondere freuen darf man sich auf die erfreulich knackigen Vertreter aus Niederösterreichs Paradesorte Grüner Veltliner, die neben der frischen Würze vielfach auch durch lebhafte Kernobstfrucht geprägt sind. Bei jenen Rieslingen, bei denen eine kompromisslose Selektion bei der Ernte erfolgte, darf man sich auf rassige, fruchtbetonte Exemplare freuen. Auch von den Wagramer Roten Veltlinern und den Raritäten der Thermenregion wie Rotgipfler und Zierfandler darf man einiges erwarten.
